• 10. Juli 2024

Bericht über den Vortrag „Die AfD und Aussiedlerpolitik“ von Martin Schmidt

Jan 19, 2020
Vortrag „Die AfD und Aussiedlerpolitik“ von Martin Schmidt MdL

Am 17.01.2020 trafen sich in einer Örtlichkeit im Raum Mosbach Mitglieder und parteilose Zuhörer zu einem Vortrag über Aussiedlerpolitik, für den der Kreisverband den rheinland-pfälzischen Landtagsabgeordneten Martin Louis Schmidt eingeladen hat. Das Thema hat bei Aussiedlern selbst Interesse geweckt, weshalb sich Russlanddeutsche, Oberschlesier und Banater Schwaben im Saal einfanden, die teils auch weite Wege zu uns auf sich nahmen.

Der AfD-Kreisvorsitzende Johann Martel, selbst ein Russlanddeutscher, ging in seiner Begrüßung auf die Unterschiede zwischen Aussiedlern und Westdeutschen ein. Er hob hervor, dass die AfD Neckar-Odenwald mit dem Walldürner Stadtrat Harry Göbel und der Kreisrätin Viktoria Martel zwei Aussiedler im Kreis, die sich in kommunalpolitischen Gremien engagieren, stellt, womit sie maßgeblich zum Zusammenhalt zwischen Westdeutschen und Aussiedlern in der Gesellschaft beitragen.

Anschließend begann Martin Schmidt seinen Vortrag mit der Beschreibung seiner Tätigkeit im Landtag, die die Themenbereiche Kultur und Wissenschaft umfasst. Er bedauerte, dass die Erfolge seiner Arbeit wie eine Ausstellung über Russlanddeutsche im Mainzer Landtag oder eine erstmals geplante Reise von Landtagsabgeordneten zu den aus der Pfalz stammenden Pennsylvania Dutch in der Öffentlichkeit unzureichend gewürdigt würden.

Danach beschrieb der langjährige Autor der Jungen Freiheit und exponierte Kenner der Russlanddeutschen, wie sich diese Volksgruppe seit ihrer Zwangsumsiedlung aus dem Wolgatal in östlichere Gebiete der Sowjetunion entwickelt hat und was die Hintergründe für das Aussiedeln in ihr Herkunftsland Deutschland sind.

Der aus Westdeutschland stammende Historiker und Germanist Schmidt stellte klar, dass die Aussiedler in seinem Volksbegriff eingeschlossen sind, wohingegen Aussiedler von den meisten Westdeutschen immer noch fälschlicherweise als Ausländer bezeichnet werden. Gleichzeitig beschrieb er, inwieweit die jeweiligen deutschen Volksgruppen von ihrem Land, in dem sie vorher gewohnt haben, beeinflusst wurden und unterschied hier auch zwischen den jeweiligen gesellschaftlichen Schichten innerhalb der Volksgruppen, woraus sich letztlich im Anschluss an den Vortrag eine interessante Diskussion zwischen den Zuhörern und dem Referenten ergab, welche Strategien die AfD fahren sollte, um weitere Wähler aus der sehr vielschichtigen Wählergruppe zu gewinnen.